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Sechs Fragen an Ringsgwandl
Sonntagszeit
vom 18.11. 2001
| Schlüpft
als Schalk in eine Frauengestalt
Mit "Gache Wurzn", dem Titel seines
neuen Programms, besingt Ringsgwandl
das wilde, respektlose Weibsbild. Macht
weiter so, Mädels. Schlagt zurück. |
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Schnitte
durch die Seele einer Kleinbürgergesellschaft legend.
Ringsgwandl ist wieder da. Sein Name ist Programm,
schaurig-genial. Vorsicht, ein Gespenst aus Bayern
geht um und kann jeden in Mark und Bein treffen.
Der Tingel-Tangel-Rokkabarettist stilisiert die Groteske
ins Diletantische und balanciert zwischen genialer Übersteigerung
und Verrücktheit. Mit seinem neuen Programm "Gache
Wurzn" ist er zurzeit auf Tournee. Sechs Fragen
an Ringsgwandl. |
SonntagsZeit: |
Sie sind
jetzt 53 Jahre alt. Sind Sie in den letzten Jahren
schräger oder weiser geworden? |
Ringsgwandl: |
Das ist eine heikle Geschichte.
Leute, von denen man sagt, sie sind weise, sind entweder
superintelligent oder resigniert. Aber ich glaube
nicht, dass Menschen im Alter weiser werden, auch
nicht klüger und intelligenter. Sie werden höchstens
ausgekochter und taktieren besser. Weisheit ist eine
schwierige Nummer. |
| SonntagsZeit: |
Wie kommen
Sie auf Ihre Lieder, Ihre Geschichten? |
| Ringsgwandl: |
Das sind
Sachen, die ich erlebe. Die drängen sich mir in meinem
Umkreis, dem Ort, wo ich lebe, auf. Meine Lieder
spiegeln das normale wuselnde Leben wider, das im
fröhlichen Scheitern vor sich hinrappelt. Letztlich
sind es Fragen und Probleme, die mich persönlich
interessieren. |
| SonntagsZeit: |
Geben Sie
einen kurzen Einblick in die Ringsgwandologie. |
| Ringsgwandl: |
(lacht):
Dieser Begriff ist ein Scherz von mir, eine kleine
Ironie, weil verschiedene Diplomanden Arbeiten über
mich verfassen und Künstler immer glauben, dass sie,
wenn sie ein paar Jahre dabei sind, sie ein großes
Werk hinterlassen. Das wollen sie dann in die Kunstgeschichte
einordnen und wie ein Buch ins Bücherregal stellen. |
| SonntagsZeit: |
Ihre neue
Platte heißt "Gache Wurzn". Bitte eine
Erklärung für Bayerisch-Unkundige? |
| Ringsgwandl: |
Na ja, das
ist ein wildes, respektloses Weibsbild. Eine pfiffige
Frau, bei der die Typen nicht so leicht einen Stich
machen können. Ich sage immer zu den Mädels, keinen
falschen Respekt, keine falsche Vorsicht, haut mal
zurück. |
| SonntagsZeit: |
Sind Sie
ein Botschafter Bayerns? |
| Ringsgwandl: |
Eigentlich
sollte ich schon längst Ehrenkonsul der bayerischen
Staatsvertretung in Hamburg sein. |
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Wo
er herkommt
Der
53-jährige Georg Ringsgwandl arbeitete lange
Jahre als Arzt in Stadt- und Landpraxen, bevor
1986 seine erste Platte erschien. Seitdem wurde
der Bayer mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet
und schrieb neben seinen Songs auch Musicals
wie "Ludwig 2." und eine Kurzoperette.
Zurzeit schreibt der Multikünstler ein Drehbuch. |
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Interview: Juliane Sattler
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