Interview
  Das Interview führte Alexander Dallmus am 04.03.2001 im Sonntagsfrühstück

AD:

Und bei uns im Sonntagsfrühstück, Georg Ringsgwandl, mit seiner neuen CD. Wie heißt sie?

Ringsgwandl:

Gache Wurzn.
AD: Des muß man glaub ich für Nicht-Bayern a bisserl erklär'n, was "Gache Wurzn" heißt...
Ringsgwandl: Gach hoasd Steil, Wurzn is a raffiniertes Weibsbild, des heißt also: Gache Wurzn ist ein respektloses, pfiffiges, gewitztes Weibsbild, das es den Burschen nicht so leicht macht!
AD: Da sind wir mal gspannd drauf!
Ringsgwandl: Eine Herausforderung für den jungen Marktteilnehmer sozusagen.
AD: Du bist ja in Stauffenbrück bei Reichenhall geboren - wirst du eigentlich Schorsch gerufen oder Georg?
Ringsgwandl: Schorsch wenn i bös war, oder Schorschi, wenn i den Eimer runtertragen soll oder sunst a im schlimmsten Fall Trottel oder Depp, je nachdem, wie man sich so benimmt...
AD: Wie darf man dich jetzt eigentlich bezeichnen, weil Kabarettist willst du ja glaub ich nicht genannt werden?
Ringsgwandl: Na, bitte ned! Na, I bin einfach a normales Unterhaltungsgenie
AD: Entertainer
Ringsgwandl: Ein Entertainment-Genie
AD: Und eigentlich studierter Arzt im Krankenhaus Garmisch als Oberarzt und zuletzt ja in so einer Gemeinschaftspraxis, arbeitest du dort eigentlich noch als Onkel Doktor?
Ringsgwandl: Na, im Augenblick nimma, in letzter Zeit hob i koa Zeit ghobt. Und, es gibt so vui Ärzte, die woll'n alle an Job. Und da deng i ma: "Kumm Georg, los de Jungs eanan Job, de miassn a a eana Familie ernähr'n und sie singan schlecht und kennan ned Gitarr' spuin!", so daß ich mich, wia gsogt, auf ein anderes Marktsegment geworfen hob, des is de Arbeitsteilung jetzad!
AD:

Du bist ja eigentlich ausgebildeter Kardiologe

Ringsgwandl: I bin Internist und hob a Subspezialisierung in Kardiologie, Herz, Kreislauf, Blutdruck, Krampfadern. Aber im Augenblick arbad i nur noch bei uns der Nachbarschaft und wenn's blos eingewachsene Zehennägel sann oder der Nachbarsbua hysterisch ist, oder die Frau irgendwie s'Gfühl hod, sie hod wos verschluckt, dann geh i zum Nachbarn rüber, du mei Hörrohr raus und hör kurz drauf und sog, alles ok. Dafür werd i zum Mittagessen eingladen, griag no an Kaffee und dann geh i wieder hoam, brauch keinen Krankenschein einfordern, des gäd so!
AD: Du hast aber parallel den Arzt gespielt und abends auf der Bühne. Ging denn das Überhaupt, oder gabs damals noch keine 80-Stunden-Schichten als Assistenzarzt?
Ringsgwandl: Also, wo ich Assistenzarzt war in Großhadern mussten wir ja 14, 15 Stunden am Tag arbeiten, außerdem waren wir selbst so wahnsinnig und wir wollten so viel arbeiten, wir waren ja total besessen g'wesen! Und zu dieser Zeit hab ich im Jahr vielleicht ein, zwei Songs gschrieben und da bin i ab und zu mal, einmal im Monat a hoibe Stund lang in da Liederbühne Robinson auftreten, oder im MUH oder im Heppler und Ettlich und hob a hoibe Stund lang meine drei, vier Lieder do vorgschrubbt! Und etwas ausführlicher hob i's dann gmacht, wo i in Garmisch dann war, do hob i dann a bisserl mehr Zeit ghobt, in Garmisch hod de BAT-Woche geherrscht, 40 Stunden und vielleicht a paar Überstünderl drüber, und in der Freizeit war ma dann fad, dahoam sitzt mei Frau, langweilig, vastehst, wos soisd mit da Frau no red'n, mir ham uns scho zwoa Jahr lang kennd, mir ham uns nix mehr zum sag'n ghabt, die Kinder war'n gezeugt, öde, in der Familie, dann hob i ma dengt: "Schreibst hoid a paar Lieda, machst a Bühnenprogramm, reist a bisserl durch die Gegend, griagst die' Bier umsonst, d'Leit glatsch'n, is doch schee!
AD: Klatschen die immer?
Ringsgwandl: Nein, ned immer! Manchmal verbiet' ich's ihnen auch, wenn i sing sog i: "Jetzt is Ruhe! Hinterher werd' glatscht!
AD: Dann, bis zum nächsten Applaus...
AD: Musikentertainer Georg Ringsgwandl, derzeit auf Tournee. Zum Start im Februar bist du sogar oben in Bremen.
Ringsgwandl: In Bremen oben, hinten, draußen, drüben.
AD: Aber man hört's ja schon, der bayrische Einschlag ist schon da! Wie kommt denn eigentlich so bayrische Mundart im hohen Norden an, wird das wirklich so angenommen, oder klingt das dann eigentlich noch skurriler, als Georg Ringsgwandl eh schon skurril ist.
Ringsgwandl: Also das muß ich jetzt leider so sag'n, daß wir ihn Bremen mehr Begeisterung ham, als wir in München ham.
AD: Wos?
Ringsgwandl: Also in Bremen is a Theater g'wes'n mit 900 Leid, und des häd ma zwoa, dreimal ausverkauf'n können und de hätt'n beinah' de Bude auseinander'glegt! Also, der Bremer ist sehr begeistert, also der Hanseat ist mein hingebungsvollster Fan - in München hab ich da so richtig zum kämpfen, vergleichsweise. Desweg'n erteil' ich den Münchnern da eine Rüge!
AD: Offiziell! Aber es geht ja noch weiter. Jetzt kommt dann, glaub ich, erst mal Österreich noch dran!
Ringsgwandl: Der Hauptstadtösterreicher, der Haider und der Schüssel de kemman jetzad im März dro! Die griang vier Portionen erteilt, und dann in Linz einen Tag und dann fahr'n wir wieder nach Norden nauf und streifen nur im Süden so die wichtigsten...
AD: Augsburg
Ringsgwandl: ...die wichtigsten Metropolen, die Fuggerstadt
AD: Nürnberg
Ringsgwandl: Genau!
AD: Ein immer wiederkehrendes Thema bei dir ist ja Geld, die Fortführung von "Nix mitnehma"
Ringsgwandl: Ein musikalisch Auszog'ner sozusagen.
AD: Ja, wie gsagt, es geht um's liebe Geld, und eine Schlagzeile wäre vielleicht: "Geld allein macht nicht glücklich", das kommt auch in mehreren Stücken immer wieder vor. Aber trotzdem beruhigen tut's ja doch irgendwie das Geld, oder?
Ringsgwandl: Geld allein macht ned glücklich, aber glücklich sei mid Geid is scho vui schener!
AD: Also man kann sich doch gewisse Freiheiten mit Geld einfach so erkaufen, oder?
Ringsgwandl: Es kimmd drauf o wer ma is. Es gibd Leid de werd'n mit Geld akzeptiert, aber es gibt auch Typen, die sind so abstoßend, die können noch soviel Geld hinlegen und die Frauen wuin trotzdem ned! Des is a schwieriges Geschäft. Aber mit Geld is schon mal ganz guad zum Leb'n. I brauch a a bissl Geld, i bin z'fried'n, i muaß jetzad ned jed's Jahr drei Millionen verdiena, i kimm a moi mid weniger aus, wenn's krumm kimmd, aber wenn mei Stromrechnung zoid is, und so, und wenn's ned direkt nos neigäd, vom Doch hern, und ned von unten her die Ratt'n in ´d Schua neibeissn bin i scho zfried'n. Aber a bisserl a Geid muaß ma scho hob'n An sich is optimal, wenn ma Geld hod, a schönes Haus in guter Lage mit Seeblick, die Frau eine Modelfigur hat, die Kinder intelligent sand und mit vier Jahr' die ersten Computerprogramme schreib'n, gleichzeitig mid zehn Jahrn in die Charts geh'n...dann denk ich, daß so einigermaßen laffd!
AD: Was bist du für ein Typ, einer der Geld ausgibt, einer der's aufs Sparbuch bringt oder einer der s'Geld in Aktien steckt?
Ringsgwandl: Ich geb des Geld aus. Ich selber hob kein Geid, i griag von meiner Frau a Taschengeld, und d'Frau gibt's dann aus, de fahrd' nach Amsterdam und kaffd z. B. irgendwelche sündhaft teueren afrikanischen Masken, wo sie meint, daß die Original sann, in Wirklichkeit ham's a paar illegale Heroinsüchtige in Amsterdam auf am Hinterhof aus am oidn Fichtenbaum rausgschnitzt und verkaffans dann ois afrikanische Maske...Mei Frau kaffds und i konn dafür zoin und i griag dann weniger Taschengeld, weil dann kein Geld mehr da ist und des restliche Geld wird für die Hundefutter ausgeb'n
AD: Wieviele Hunde hast du?
Ringsgwandl: Ich hab überhaupt keinen Hund! Oa Tocher hod an hysterischen Zwergschnautzer und die Frau hod a so an Mischlingshund und i konn dafür zoin, i konn die Impfung zoin, de Hundesteuer, ja, i konn Konzerte macha damid! I hob a oid's Rad'l, do hob i jetzad wieda an neuen Schlauch drauf griagd, auf des Rad'l, und do konn i wieder radlfahrn, damit die Frau mit ihrem BMW rumbrettern konn, i gfrei mi, i hob a bisserl Gartenwerkzeug, da konn im Garten gartl'n a wengerl...und dann hob i a Werkstatt wo i a bisserl bastln konn, auf d'Nacht hob i a bisserl Pause, da konn i fernseh'n, währenddessen fahr'n die Damen dann in die Oper nach München - mit Versageklamotten - so schaud mei Existenz aus!
AD: Wie muß man sich das vorstellen, Georg Ringsgwandl beim Texten, mit Blick auf die Berge zurückgezogen ins Arbeitszimmer, oder wia laffd' des?
Ringsgwandl: A na, so entsteh'n ja koane guad'n Texte, so entsteht ja blos depressives Zeig! I mach meine Texte so, i steh in der Früh' auf, um drei, dann maskiere ich mich und arbad ois erst's bei der Müllabfuhr! Wenn i um zehne meine Mülltonnen dann alle versorgt hob, kimm i hoam und schreib des Zeig auf. Des is dann interessant, des is dann witzig, da deng i ma dann: "Jetzt hosd wos erlebt!"
AD: Wer kriegt's als erstes zu hör'n, die Frau?
Ringsgwandl: De Frau, de schmettert de Hälfte scho ob und wos übrigbleibt des spui i de Musiker dann vor, de schmettern dann nomoi an Teil ob, wos dann no übrigbleibt, des führ'n ma am Publikum no vor!
AD: Is des schwierig, so Kritik?
Ringsgwandl: Ja, des is hart! Dann wimmere ich innerlich auf, mein Herz blutet, äußerlich sieht ma fast nix, aber mei Herz blutet und die gepeinigte Künstlerseele bittet um Gnade, aber die Frau is erbarmungslos.
AD: Kommst du eigentlich noch in deine alte Heimat, außer bei Tourneen?
Ringsgwandl: Ja, ab und zua schau i do no vorbei. Bis vor kurzem hod ja mei Muadda no dort gwohnt, mei Schwester wohnt no dort, mei Schwager, meine zwei Neffen, da fahr i ab und zua no hi und fühle das Karma des Ortes! Und deng ma: "Schau hi, da bisd mid sechs Jahr no rumglaffa!" Und ab und zu begrüßt mich dann ein gebeugter alter Greis und behauptet, er is mit mir in ´d Schui ganga, und sogd: "Du bisd so jung blieb'n Georg, mi hod's scho so z'sammgriss'n!" Dann sog i: "Häds'd ned so vui gsuffa, du Trottl!"
AD: Verbindet dich mit Bayern jetzt eigentlich so eine Art Hassliebe, oder ist das nur Liebe? Künstler und Kabarettisten stöhnen ja immer so, daß sie sich so eingeängt fühlen in Bayern
Ringsgwandl: Na na, i bin ja positiv, ich liebe das Bayern! Und ich bin sehr froh, daß wir eine CSU-Regierung haben hier, und ich hoff auch, daß des noch längere Zeit so bleibt, und ich bin ganz dankbar, daß der Stoiber da is und der Zehetmaier und der Erwin Huber und der Glück und de alle...ich bedaure nur, daß der Schreiber nimmer do is, weil durch des hod unser politische Landschaft a bisserl an Farbe verloren. Aber i mog de Leid gern, de machen eana Zeig, wir machan unsa Zeig, und mir klopfen dem Stoiber ans Knia, der Stoiber schlogt dann zruck - in Form vom Finanzamt, die buchen dann von meim Konto wieder Geid ob - und wir brauchen uns ja alle, wir sann ja hier eine Symbiose, wir leben hier sozusagen, wie die Mistel auf der Pappel, so hausen wir do ungefähr, also der Kabarettist ist die Mistel und der Stoiber is de Pappel und des ghört ois z'samm..des is a munteres Land des Bayern. I bin a für den Katholizismus, i mech a katholisch begraben werden. I wui ma ned von irgendwelche Anthoprosophen mid irgendwelchen komischen Lehrerinnengesängen beerdigen lossn!
AD: Wie ist des bei dir daheim? Wir bei dir bayrisch gsproch'n, zum Beispiel de Kinder, oder kann ma des gar nicht beeinflussen, weil in der Schule eh nur hochdeutsch gsprochen wird?
Ringsgwandl: Da sprichst du ein sehr sensibles Thema an, des is bei uns dahoam, i red boarisch, ich halte die bayrische Bastion, meine de Töchter red'n hochdeutsch und die Frau redt hochdeutsch, nur da Hund, der redt no bairisch!
AD: Woaw Woaw!
Ringsgwandl: Genau, Woaw Woaw macht da Hund, der kimmd aus'm Bayrischen Woid, Woaw Woaw, leider stirbt des Bayrische bei uns daheim in der Stube auch, des oanzige wos no bayrisch is, is der Schrank ausm 19. Jahrhundert von meim Urgrroßvater, des is traurig!
AD: Ja auch keine Hausmusik, du kannst doch Zither spielen?
Ringsgwandl: I spui Zither, ja!
AD: Aber ned so in Tracht? Die Kinder aufgereit, so wia mas im Fernseh'n oft sieht?
Ringsgwandl: Des strebe ich an - i möcht' a gern an Weihnachten mit eana Weihnachtslieder singa, aber dann song de, den Scheiß machen sie nicht mit, i konn mi dahoam ned durchsetz'n - des is a a Grund warum i auf Tournee geh!
AD: Ich wolt' grad sag'n, des klingt so a bisserl nach Flucht...
Ringsgwandl: Da derf i wenigstens noch wos song, da hör'n ma die Leid no zua, da griag i Beifall, dahoam bin i unter der Knute! Und des is übrigens a ganz wichtige Lehre für de ganzn jungen Leid, weil de song: "Ich studier Medizin und ich krieg an Doktertitel und dann werd' ich später ein Riesentyp! Von Wegen! Ich hob studiert, Doktortitel, ois mögliche gmacht, i hob wissenschaftlich gearbeitet, und dann kimmsd hoam und wersd von de Töchter und da Frau einfach ganz kurz ghoit'n! Oiso i kenn Maurer, die ham dahoam ganz vui mehr zum sog'n als ich!
AD: Na gut, Handwerk hat goldenen Boden!
AD: Was ist denn aus den anderen Geschichten so geworden, du hast ja noch Musikals geschrieben, Kurzoperetten und ein paar so andere Sachen, willst du da auch wieder was machen in der Richtung?
Ringsgwandl: Ja, diese Theatersachen ham irgendwie ganz guad funktioniert, und wenn i a bissl Zeit hob, wenn ma fad is! Des werd' ich auch irgendwann wieder macha, daß i im Theater wos produzier - irgendwas Spektakuläres, irgend a schöne Bühnenproduktion mit 500 Elefanten und Gnus, die im Chor singan, irgend sowos!
AD: I glab des gibt's scho, des hoasd Aida!
Ringsgwandl: Genau stimmt, unten in Verona!
AD: Was ist mit dem Roman, ich hab nur davon gelesen und irgendwie hab ich nichts mehr davon gles'n, daß er fertig worden is?
Ringsgwandl: Der Arztroman. Ja, in den Interviews sprech ich immer von diesem Roman, weil ich hoffe, daß ich mich dazu zwinge, daß ich ihn doch amoi fertig schreib!
AD: Der Druck der Öffentlichkeit, oder was?
Ringsgwandl: Des isses, genau! Daß i mir sozusagen eine Deadline setze. Jetzt hob i mittlerweile drei Leitz-Ordner voi Notizen - im Kopf hob i ihn scho gschrim, jetzad muaß i mi blos amoi hisitz'n an mein Apple und des in ihn hineinpflastern!
AD: Also die Hirnfestplatte ist schon abgesichert.
Ringsgwandl: Oben is scho abgesichert, i muaß blos no transferier'n von meiner Hirnfestplatte auf den Motorola-Prozessor!
AD: Da sann ma moi gspannd! Ein Stück hat mich ein bisserl ratlos hinterlassen auf der neuen CD, und zwar hoasd des "Manche Leid" Tja, da saß ich dann da und dachte mir: "Ja genauso ist es eigentlich, bei manchen klappt's immer, und manche die fliegen immer auf die Schnauze!" Jetzt hab ich mir gedacht: "Georg, setzt dich da hin und gib mir wenigstens am Ende dann die Auflösung und sag mir warum des so is?"
Ringsgwandl: Also i muaß song, in dem Liad is a kloaner Scherz drinn, ganz selten gibt's Leid, bei dene wo ma sogd, do gäd ois schiaf, des is wirklich ganz seid'n. Des is ganz, ganz seid'n! Selbst a ganz einfacher UPS-Fahrer, der hod a Phase in sei'm Leb'n, wos einfach hervorragend laffd, wo er seine Packl rechtzeitig abliefert und er lernt a Frau kenna und sie verlieben sich und sie kriang a Kind und sie ham a gloane Wohnung und sie ham a gloans Auto, des Leb'n is wunderbar und alle sann gsund und sie lieben sich und fahr'n in Urlaub und alles is schee! Und irgendwann kimmd wieder wos deppads nei, dann gäd amois Auto kaputt, die Frau griagt Gürtelrose, der Bua void aufs Hirn und brauchd a neie Bruin und so - und dann gäds wieder a bisserl schiaf, aber normalerweise is a so, daß des Leb'n a bunte Mischung is. Selbst der Stephanie von Monaco oder der Caroline der gäds amoi guad und amoi schlecht. Moi is der Typ gut dens heirat...
AD: ...manchmal kriegt's an Zirkusdirektor...
Ringsgwandl: ...genau, dann griagt's wieder an Prinzen, der mim Reg'nschirm um sich schlagt, und so, und der (in dem Liad), der teilt des a bisserl auf und der sogd, es gibt manche wo ois guad gäd und mache wo ois schlecht gäd - aber in Wirklichkeit is ganz anders, selbst beim Boris sitzt ja a ned a jeder Aufschlag!
AD: Die ersten Tourneen von dir wurden ja immer als relativ schrill und skurril beschrieben, dann kam "Staffabruck", des war solo, ruhig, besinnlich eher. Is jetzt wieder der Umkehrschwung da, weil vorne aufm Cover is ja schon wieder Georg Ringsgwandl mit Perücke und Lippenstift drauf, und des läßt ja daraus schließen, daß es wieder etwas deftiger zugeht?
Ringsgwandl: Des is koa Perücke, des is a Mütze, des is so a Softkap', a so a Stoffmütze, so a Softmütze, da sind innen die Haare schon drangenäht. I setz' des ois miteinander auf, des is praktsich so a Mütz'n mit Haar innendro, des is ganz praktisch - des hob i ma in Amerika kaffd.
AD: Praktisch.
Ringsgwandl: An am Strandkiosk in Newport hob i ma des kaffd! Die Songs von der neuen Platten ham zum Teil ja auch so etwas nachdenklich Lliterarisches, mehr oder weniger, aber die Show is natürlich insgesamt, um mit deinen Worten zu sprechen, nach wie vor recht skurril und da relativ bunte Angelegenheit, die eigentlich a lustig is, aber es is hoid so a Mischung. A Mischung aus dem wos so de ruhigeren schöneren Musikgschichtn sann und dann gibt's auf der Bühne wieder mehr Performance-Elemente, dann erscheint der Geist vom Ice Davis als kleiner Plüschhase und spuit auf am japanischen Keyboard des Kufsteinliedl...
AD: Es klingt skurril!
AD: So, jetzt haben wir dich noch auf der VIP-Schaukel. Ich geb dir ein paar Begriffe vor und du sagst mir ganz spontan, was dir dazu einfällt! Grand Prix d' Eurovision Vorentscheidung
Ringsgwandl: Ja, des is de moderne Grausamkeit sozusagen als Entsprechung für frühere öffentliche Hinrichtungen, heutzutag heißts Grand Prix und geht ohne Blutvergießen ab, des is da Vortschritt!
AD: Kanzlerkandidat Edmund Stoiber
Ringsgwandl: Stoiber, sei vernünftig, vergiß es einfach!
AD: Ha ha! Internet - oder wie heißts bei dir auf der Homeapage? Netztboatzn oda wia?
Ringsgwandl: Netzstammtisch. Internet: große Sache. Hervorragend! Eine wirklich praktische schöne und hervorragende Sache!
AD: 17 Jahre Ehe. Is scho so weit?
Ringsgwandl: Wer's schafft, gratuliere!
AD: Mein Publikum
Ringsgwandl: Mein Publikum is des intelligenteste, offenste, netteste Publikum dieser Welt!
AD: Wichtig die Tourneedaten. Wann sann ma wieder in Bayern?
Ringsgwandl: Wir sann wieder in Bayern am 18. März in Passau in der Retute, 20. und 21. März Augsburg, Spectrum, 22.03. Nürnberg, Hirsch.
AD: Und wer soll sich das jetzt alles merken?
Ringsgwandl: Des war ein kleiner Alzheimer-Test, wer sich des ned merken konn, der hod a Frühform von Alzheimer!
AD: Dort bist du mit dem neuen Programm "Gache Wurzn", aber i deng es sann a a paar alte Stücke sann a dabei, oder?
Ringsgwandl: Ja, ja. Und außerdem gibt's wia gsogd, www.ringsgwandl.de, do konn ma neischaun, da sann diese ganzen Tourdaten drin!
AD: Dann vielen Dank, daß du da warst, hat sehr viel Spaß gemacht und viel Erfolg auch mit der Tournee und der CD. Vielen Dank!
Ringsgwandl: Servus.