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2003
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| Stuttgarter Zeitung 13.12.2003 |
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Georg
Ringsgwandl singt und erzählt im Ludwigsburger Scala
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Von Michael
Werner
Amerika
1979: Bob Dylan lässt sich taufen. Der Mann, der zuvor
empfohlen hatte, nur ja keinem Führer zu folgen, sondern
lieber auf die Parkuhren zu achten, veröffentlich in
diesem Jahr das erste von drei Alben, auf denen er
fast ausschließlich von seiner Beziehung zu Jesus singt.
Für das pulsierende Lied "Gotta serve somebody" vom
Album "Slow Train coming" (1979) erhält er
den Grammy für den besten männlichen Rockgesang. Es
heißt in diesem Lied zum Beispiel, dass man Friseur
sein könne, Geliebte oder Erbe, in jedem Fall werde
man dienen müssen. "Das könnte der Teufel sein,
oder das könnte der Herr sein."
Garmisch-Partenkirchen,
1989: Georg Ringsgwandl, Oberarzt für Kardiologie und Intensivtherapie, veröffentlicht
seine zweite Langspielplatte. "Trulla Trulla!" heißt
sie, und es ist ein Lied drauf, dessen Text der Doktor
zur Musik von Bon Dylan geschrieben hat. "Nix
mitnehma" heißt das Lied, das später den Jahrespreis
der SWF- Liederbestenliste erhält. "Du kannst
technisch fit sein, zum Beispiel Ingenieur, oder Menschenkenner,
Psychologe oder Friseur", reimt Georg Ringsgwandl,
ehe er mit bajuwarischer Dialektik Unumstößliches in
die Takte rammt, die Dylan für das Dienen reserviert
hat: "naa, des derfst du net mitnehma", singt
Ringsgwandl, weil man auch Quizmaster sein könnte, "mit
einem teuren Toupet". Und weiter: "Wuislt
nur zum Deife, winselt zum liabn Gott, und der sogt:
Na, net mitnehma!" Vier Jahre später kündigt Georg
Ringsgwandl seinen Job als Krankenhausarzt.
Schnabelartiges
Monstrum
Stuttgart,
November 2003: Peter Maffay beantwortet Journalistenfragen
unmittelbar
nach der Premiere seines Rockmärchens "Tabaluga
und das verschenkte Glück" in der Schleyerhalle.
Georg Ringsgwandl hat in der Show den "Pechvogel" gegeben,
den in Berlin Udo Lindenberg mimte. Lindenberg trug
als Verkleidung nur seinen Hut. Ringsgwandl aber hatte
ein schnabelartiges Monstrum aufgesetzt. "Ich
bin der Pechvogel, Pechvogel", sang er. Dann trank
er ein Bier, unbeachtet, während Peter Maffay befragt
wurde. Neben Georg Ringsgwandl saß im Partyraum Sissi
Perlinger, die müde aussah. Perlinger wollte ins Hotel.
Ringsgwandl sagte zu ihr, sie solle wenigstens auf
ein Bier bei ihm sitzen bleiben. Er glaubt ja, dass
man nichts mitnehmen kann.
Ludwigsburg,
Dezember 2003: Vier Musikanten spielen keinen Ton zuviel.
Filigrane
Musik ist das mit der Westernklampfe, E-Gitarre, Schlagzeug
und Stehbass. Klingt nicht wie der gospelrockige Bob
Daylan anno 1979. Klingt eher wie der gerade erst elektrifizierte
Dylan Mitte der Sechziger, oder wie der zurückgekehrte
Dylan auf "Blood on the Tracks" (1975). Folkmusik
ist das, spartanische, gute Folkmusik. Der Mann mit
der Westerngitarre trägt eine seltsam blaue Jacke und
einen Bauernhut. Das ist Georg Ringsgwandl, der lang
schon nicht mehr als Arzt arbeitet, weil er lieber
auf der Bühne um ein bisschen Leben kämpft. "Da
oane, der frisst hartes Brot, da anda Kaviar, da oa
fahrt mit dem Radl, und da anda Jaguar", singt
er, nein krakeelt er, ohne einen Hauch von Hall. "doch
den derf er net mitnehma".
Davon,
wie vergeblich die Müh ist, wie die Leut sich aber trotzdem bemühn,
singt und erzählt Georg Ringsgwandl zwei Stunden lang
im Ludwigsburger Scala, so dass es bitter ist und beiläufig,
subversiv und sexy, urkomisch zuweilen, so dass man
lacht. "Meine Frau war eine schöne Frau, wo ich's
g'heiratet hab. Im Gebirge hat's dann einen Kropf entwickelt",
erzählt er, und seine Schwester begleitet er beim "Samstagsausflug
zum Obi-Markt". Man nimmt "ein Hendl vom
Türken" mit, bevor man duscht und sich den Nachmittag
daheim gemütlich macht.
Mitleid
für die
Strampelei
Georg
Ringsgwandl macht Kabarett auch für Menschen, die kein Kabarett
mögen. Er stellt seine Figuren nicht bloß, er bemitleidet
sie eher in ihrer Atrampelei, einschließlich sich selbst: "Es
ist so, dass meine Plattenverkäufe dermaßen im Arsch
sind. Die paar Platten, die ich verkaufe, die könnte
meine Tochter im Keller auf Bestellung brennen".
Seine flammende Sympathie aber gilt den Quertreibern
wie dem Kneißl Hias, dem Augsburger Robin Hood, der
1902 im Rollstuhl zu seiner Hinrichtung gekarrt wurde
- an einem Montag. "Fangt de Woch scho wieda guat
oh", hat er, laut Ringsgwandl, nur noch gesagt,
bevor endgültig Schluss war mit dem lebenslangen Versteckspiel
vor der Polizei.
Ringsgwandl
macht aus dem gewaltsamen Tod eines 26-jährigen eine Ballade,
unzeitgemäß wie im alten Amerika. Nick Woodland, sein
genialer Gitarrist, schiebt dazu behutsam zärtliche
Töne vor sich her, so ruhig, so konzentriert, als müsste
er sie durch Ritzen quetschen, die sich zuweilen auftun
im grell bemalten Mauerwerk einer besonders schnellen
Zeit.
Ringsgwandl
ist herrlich langsam, wenn er sich assoziativ durch
den Dschungel
der Widrigkeiten hangelt. Von den schlecht verkauften
Platten über die Idee, Lieder für Frauen zu schreiben,
deren Schönheit innen wohnt, bis zur Suche im Supermarkt
nach solchen, "die kein Schampoo verschwenden".
Ringsgwandls Männer scheitern aber fast immer. "Dann
schaut er wuid drei und sogt, er wandert aus, sie kennt
des scho und er woaß, do werd nix draus", singt
er im Lied "Buale". Und das Glück, Herr Ringsgwandl? "Des
is manchmal a Schlampn, mit einer schmuddligen Blusn
oder Wampn".
Wer
nichts mitnehmen kann, braucht nichts anzusammeln.
Wer nichts ansammeln
muss, hat mehr Zeit. Fürs grandios groteske Fabulieren.
Für grundlose Lust.
Staufenbrück, November
1948: Georg Ringsgwandl wird im Vorort von Bad Reichenhall
geboren. Ludwigsburg, Dezember 2003: er lebt, weil
der Tenor eines fahrlässig falsch übersetzten Dylan-Songs
nicht im mindesten dagegenspricht, zu leben. Respekt! |
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| Ludwigsburger Kreiszeitung
13.12.2003 |
Ein nachdenklicher Krampus erzählt
von Braven und Bösen
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Georg
Ringsgwandl erzählt und singt im Scala |
Von Arnim Bauer
Krampus
Ringsgwandl war also im Scala. Um es vorwegzunehmen,
so richtig vorweihnachtlich wurde
es mit diesem bayerischen Knecht des Nikolaus nicht.
Sollte es wohl auch nicht werden. Denn den meisten
Teil des Abends saß dieser Krampus mit der markanten
Nase und seinen rustikal-herben Klamotten auf seinem
Hocker und erzählte oder sang.
Die
Erzählungen handelten von früher, gleich zu Beginn
vom Kneissl-Hias, der 1906 in Augsburg geköpft wurde,
von kauzigen Mitmenschen, von Mitgliedern der Ringsgwandl-Familie,
die offenbar schon vor dem Auftauchen dieses Dr. Georg
Ringsgwandl auffällig geworden war. Bayrisch-gmiatlich
geht es da vordergründig zu, aber das ist nur die Erzählweise
dieses Krampus, tatsächlich geht es ganz schön zur
Sache, das ist letztendlich Kabarett, das ist Satire,
das ist Leben.
Gerne
schaut Ringsgwandl rückwärts, aber er befasst sich
dabei durchaus und auf seine Art mit der Gegenwart,
manchmal eher durch die Hintertür, manchmal aber auch
sehr direkt und zielsicher.
Und
dann greift er wieder in die Saiten und bluest, rockt
und folkt, meist in einem kruden, aber spannenden Stilmix
vor sich hin.
Natürlich
ist da auch seine Band beteiligt. Nick Woodland erweist
sich dabei als Meister der E-Sologitarre, Skip Thaller
am Schlagwerk zeigt, wie einfühlsam man mit den Percussion
umgehen kann und Martin Thalhamer schafft mit seinem
Kontrabass einen immer tragfähigen Grund für diese
Musik.
Die
meist etwas traurige, bluesige Stimmung der Musik aufnehmend,
sie mal über den Text; dann wieder auch über die Melodie
ins Lustige fließen lassend, ernst und lyrisch textend
und singend, dann wieder spaßig "Ja Inge, so sind
halt die Dinge" postulierend beschert er seinen
Abend, der eher zu den in sich gekehrten zählt.
Und
hier sind wir nun fast schon wieder bei der Vorweihnachtszeit,
denn eben nicht sanguinisch ausufernd, wilde Witze
reißend, sondern nachdenklich, beschaulich und doch
eben gerade auf seine ganz eigene Art, mit seinem sicher
etwas außergewöhnlichen und damit auch gewöhnungsbedürftigen
Humor, spielt er einen Abend, für den es kaum Vergleiche
gibt, in denen dieser Krampus schaut, was böse und
was brav war und ist. |
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| Heilbronner Stimme, 22.10.2003 |
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Von Claudia Ihlefeld
"Hühnerarsch, sei wachsam. Chicken ass be
watchful". Nicht ganz so anorektisch wie einst turnt
G.R. auf der Bühne, schrill und grausig schön sind Ringsgwandl
und seine Welt trotzdem geblieben.
Zwischen
Genie und Wahnsinn trägt die Mensch gewordene Provokation
aus Bayern feines Tuch an diesem Abend. Sechs Smaragdbaumnattern
für ein einziges Jacket mussten ihr Leben lassen, erklärt
der Paradiesvogel in der Kapelle im Schloss: Das Kulturforum
Brackenheim hat zur dadaistisch-anarchischen Messe mit
Ringsgwandl und Band geladen, untermalt von feinstem
Rock und hintersinnigen Balladen. Ein Hochamt der grimmigen
Groteske über "Geschichten über das, was wir kennen".
"Gache
Wurzn" heißt das jüngste Programm, also "steiler
Zahn ", das Ringsgwandl und drei formidable Musiker
quasi am Küchentisch ausgeheckt haben. Vom "Soundprotz
befreit", so Ringsgwandls Selbstauskunft, mag die
geniale Nervensäge mit blond-androgyner Seppl-Gretel-Perücke
ruhiger da älter geworden sein. Aber nicht harmloser.
Der
Mann, der Abende schätzt, an denen sich Narren und Besoffene
zu Wort melden - wozu es in der restlos ausverkauften
Kapelle im Schloss dann doch nicht kam - beherrscht die
Poesie der Banalität und die Langsamkeit.
Wer
so nonchalant die unterschiedlichsten Richtungen des
Entertainment beherrscht, benutzt und persifliert, zwischen
Transvestit und Spießer, Musiker, Komödiant und Vogelscheuche
irrlichtert, dem verzeiht man selbst Ladenhüter über
künstliche Befruchtung und die Toskanafraktion: Weil
Ringsgwandl fast immer die Kurve kriegt und dem letzten
Kalauer eine die Pointe abringt.
Geschminkt
und mit spitzer Falsettstimme und grauslich rollendem "R " beschwört
er "Jedermann" oder das "Unterhoserl ",
selten sind Trivialmythen schöner. Und die innere Schönheit?
Die tarnt sich, wie Ringsgwandl, der die Metamorphose
vom Gurkenkönig über den Gaudibursch vom Hindukusch zur
gachen Wurzn gut überstanden hat.
Wenn
er in rot gestrickter Narrenkappe "Ich bin pervers,
ich bin frivol" raunt und das goldene Glitzershirt
sich eng an den leichten Hüftspeck schmiegt, werden Ringsgwandls
Betrachtungen über Chicken ass nachgerade metaphysisch.
Ewig möchte man zuhören und zusehen, wie er den Wahnsinn
kurz aufblitzen lässt in seinen Augen, die Ringsgwandl
rollt wie Mephisto. Melancholisch, respektlos, doppelbödig,
blöd und gescheit: "Mein Körper ist mein Labor" -
wie schön, von dieser Nase ganz zu schweigen. |
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| Murnauer Tagblatt, 18.09.2003 |
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Georg
Ringsgwandl und die Garmischer Musikkapelle amüsierten
Garmisch-Partenkirchen - "Wenn Sie glauben, Georg
Ringsgwandl, langjährig Oberarzt im Kreisklinikum, sei
nach "Halbpreißn" jenseits von Ohlstadt ausgewandert,
weil er seinen Job nicht mehr ertragen hat, dann haben
Sie sich getäuscht. Die Besucher der Bayernhalle in Garmisch
haben den wahren Grund erfahren: Es
war die Mülltrennungsverordnung der Kreisgemeinde, die er nicht mehr kapierte!
Wohin nur mit dem röntgenverstrahlten Kropf, den er gerade operiert hat? Biotonne?
Oder muss man eine eigene Strahlentonne beantragen? Auf diese Weise wurde Ringsgwandl
gewissermaßen zum "Müll-Asylanten" am Staffelsee. Mit solchen Themen
aus seinem Medizinerdasein, von dem er bekennt, dass es die Hauptaufgabe der Ärzte
ist, zu verbergen, von der Sache nichts zu verstehen, aber auch aus Gesellschaftsleben
und Politik versorgt der Kabarettist und Satiriker das Publikum und ratscht sozusagen
aus dem Nähkästchen. Dabei erweist er sich nicht nur in der Rolle des Zeitungsanalytikers
als Kenner der "Szene" rund um die Marktgemeinde. War der erste Teil
seiner "G`schichten aus der Nachbarschaft" eher zu einem auflockernden
Schmunzeln geeignet, so gelangen ihm später immer mehr Lacherfolge.
Damit entwickelte sich die Veranstaltung mehr und mehr zu dem, als was
sie angekündigt
war, nämlich zu einem "Hoagarten". Dabei wurde das Publikum mit einer
Brotzeit, einer kühlen Maß und einer zünftigen Marsch- und Polkamusik fröhlich
und gut gelaunt unterhalten. Die GarmischerMusikkapelle unter der Leitung von
Marcus Hölzl hatte dabei keinen geringen Anteil. Die Auswahl der
musikalischen Darbietungen passte, wie man in Oberbayern sagt "pfenningguat" als
Rahmenprogramm zu den satirischen Wortbeiträgen von Georg Ringsgwandl. So war
an diesem Abend für Leib und Seele bestens gesorgt, witzige Geschichten, gute
Musik, Essen und Trinken, heitere Stimmung, eben wie es sein muss, wenn es heißt: "Hoagarten"!
Johannes Langenfeld
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| Merkur Online, Dachau 06.08.2003 |
Zwischen Ricky
Martin und Robbie Williams ist Platz für Ringsgwandl
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Der Musik-Kabarettist zog alle Register seines Könnens
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Hilgertshausen
(ost) - Das Musikkabarett von Georg Ringsgwandl begeisterte
im Festzelt des TSV Hilgertshausen über 500 Gäste. Nach über
zweieinhalb Stunden stand fest: Der Paradiesvogel aus
Garmisch-Partenkirchen ist sein Geld wert. In Hilgertshausen
blieb beim Auftritt des gelernten Kardiologen kein Auge
trocken. Ringsgwandl übte sich zwar nicht in vornehmer
Zurückhaltung, war aber dennoch sehr human. Er besang
das "Leben auf der Strass", "verarschte" die
Griechenland-Urlauber ebenso wie die bayerischen Beamten
und wusste auch von der Rumänen-Mafia zu erzählen, die
für "sauberen Tourismus" sorgt. Mit heißen
Rhythmen sorgte Ringsgwandls Band trotz Schweiß treibender
Temperaturen für eine Super-Stimmung im Zelt.
Sogar
den "taubstummen
Engländer" hat Ringsgwandl zum Singen gebracht.
Der ist nämlich "zuständig für Hausfrauen, die
saufen und kiffen". Ein anderer Mitstreiter in
der Band zeigte sich für die jüngeren Damen aus Hilgertshausen
zuständig und Ringsgwandl selbst hat auch noch viel
vor: Sollten die Hilgertshauser Fußballer den Durchmarsch
in die Landesliga schaffen, überlegt der 54-jährige
Mediziner ernsthaft, ob er nicht das Amt des Mannschaftsarztes
an der Ilm übernehmen soll. Fußballer seien ohnehin
sehr gefährdet, die zählt Ringsgwandl zum "Trinkvolk".
Der Kabarettist machte auch einen Abstecher nach Kitzbühel,
schließlich will er ja wissen, wie Beckenbauers Frauen
leben. Auch für den Grand Prix soll sich Ringsgwandl
schon beworben haben.
Der
Weisheit letzter Schluss kam zum Schluss: "Mitnehmen kann man nix".
Das Publikum war hellauf begeistert und hat für die
drei geforderten Zugaben Erhörung gefunden. Jetzt wissen
die Hilgertshauser auch, warum Ringsgwandl in der Gunst
des Publikums ganz oben steht: "Weil ich im CD-Regal
zwischen Ricky Martin und Robbie Williams stehe und
deshalb zu 95 Prozent aus Versehen gekauft werde." Dass
dies sicher nicht so ist, bestätigte der begeisternde
Auftritt des Meisters des "verrenkten Gitarrenspiels".
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| Augsburger Allgemeine, 29.07.2003 |
Ringsgwandl
sorgt für das Beben
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Wieder
schönes Sommer-Wetter und drei herrliche Tage beim
15.Burschel-Open-Air
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(aku/ben).
Herrliches Wetter, beste Stimmung und ein groß aufspielender
Georg Ringsgwandl kennzeichneten das diesjährige Kraterbeben.
Das von der Kraterkultur Megesheim bereits zum 15.
Mal veranstaltete Open-Air-Festival lockte auch diesmal
wieder tausende von Besuchern an, die bei den vielen
Gigs voll auf ihre Kosten kamen. Für die Kids spielte
die Kinderbühne Regensburg Piksi Peck.
Als Anheizer fungierte die Neuburger Band Mental
disorder, welche die ersten Fans mit straightem
Cross-Over-Rock auf Betriebstemperatur brachte.
Mit überzeugender Performance präsentierte die
vierköpfige Truppe vorwiegend Eigenkompositionen.
Es
folgten Die Elenden aus Berlin, die
demonstrierten, wieso sie den Rio-Reiser-Song-
Award 2001 gewonnen haben. In bester Tradition
von Kult-Bands der Achtziger wie Fehlfarben und
Co. versahen die vier Jungs ihren Mix aus Punkrock,
Folk, Ska, Reggae und Polka mit sarkastischen Texten
(Weltfrieden und Geschlechtsverkehr)
und motivierten die ersten Besucher zu Tanzeinlagen.
Den
Top-Act des Festivals bildete zweifelsfrei Georg
Ringsgwandl und seine Band. Mehr als zwanzig Jahre
steht der Garmischer Arzt inzwischen auf der Bühne
und besitzt auch über die Grenzen Bayerns hinaus
längst Kultstatus. Zwar bietet er nicht mehr die
schrillen Bühnenshows der Neunzigerjahre, wie bei
seinem unvergessenen Auftritt 1996 in Oettingen
und auch neue Stücke gab es diesmal nicht zu hören.
Dennoch kamen beim Streifzug durch seine sechs
Alben die zahlreichen Fans voll auf ihre Kosten.
Geschickt wechselten fetzige Reißer (Sechse
in da Friah, Hoaße Nudl, Garten-Nazi)
mit leiseren Tönen (Wia die Johr voabeigehn, Ein
unscheinbarer Verkaufsvertreter). Natürlich
durften auch Hits wie die Bob-Dylan-Adaption Nix
mitnehma oder Armes kloanes Unterhoserl nicht
fehlen.
Dass
sein Auftritt nicht nur durch originelle Texte
begeisterte, sondern auch mit guter Rockmusik,
ist neben Ringsgwandls furiosem Gitarrenspiel auch
seinen Musikern zu verdanken. Bassist Martin Thalhammer
gibt den seriöseren Part, Skip Tahler (ein
Perverser) agiert am Schlagzeug und dem stoischen
Gitarristen Nick Woodland ist ein komplettes Bühnenleben
ins Gesicht gemeißelt (mein Körper: ein Labor!).
Highlights
des Programms
Highlights
des Programms bildeten die mit erfrischender Leichtigkeit
vorgetragenen Überleitungen über den sparsamen
Nachbarn, den von Rumänen ausgeraubten Camper,
den angebotenen Kriegseinsatz als Leichenrasierer,
oder eine Jacke aus Schlangenleder, die Anschläge
militanter Tierschützer auslöst. Den Fans des selbst
ernannten Patrons der Verirrten und Verwirrten wurde
ein Klasse-Konzert geboten, neue Anhänger dürften
hinzugekommen sein.
Den
Abschluss des ersten Festival-Tages bildeten Salto
Mortalis, eine Mittelalterband. Die siebenköpfige
Gruppe präsentierte ein musikalisch kraftvolles
Gerüst aus Schlagzeug, elektronischen Beats und
alter Percussion, auf dem Keyboards und E-Gitarren
die Grundlage für alte Instrumente wie Drehleier,
Schalmei und Dudelsack boten.
Pangäa aus
der Weißenburger Gegend spielten bei gnadenloser
Schwüle den Samstag ein. Gegen sie und den Staub
taten zwei provisorische Frei-Duschen gut. Koyen waren
vier Allgäuer mit ekstatischem Sound und graziler
Stimme. Bei Sorry Gallagher sagt der
Bandname schon alles aus, Coverversion des 1995
leider viel zu früh verstorbenen Rory wurde präsentiert.
Die
vier Dortmunder
Hannes
Orange machte als MTV-Mai-Newcomer angenehmen
deutschen Slackerbeatpop. Psychedelischen
Rock mixten die vier Dortmunder von Jelly
Planet mit intelligenten Lyrics.
Heftig
spielten Sincere in die Nacht, die
vier Belgier gaben alles, um die Fans auf die Beine
zu bringen. Die Alternativ-Rocker erinnerten mit
ihrem Glam-Punk und Grunge zuweilen an Nirvana und
machten auch den Titelsong zu Anatomie 2.
Auch Babylon Circus hatten mit langen
Umbaupausen zu kämpfen, aber für die Fans war ja
auch noch die große Budenstraße da. Die zehn Franzosen
machten aber schließlich nach Mitternacht die Manege
frei, ein mächtiges Spektakel und mischten
Reggae, Ska mit Chanson und Punk.
Locker
ging der Sonntag und damit auch das 15. Kraterbeben
mit Pichi and Friends sowie der Weltmusik
von Orange zu Ende. Erst danach stürmte
und regnete es. |
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| SZ, 05.07.03 |
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Ringsgwandl gastiert bei Krailinger Kult-Art-Festival
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Die
Botschaft des Musikkabarettisten ist voller Witz, aber
zuweilen fehlt es ihr an Wärme
Gauting
- Heimlicher Liebhaber von Kleingärtnern, Jongleur trostloser
Oberflächlichkeiten, Anarchist und Arzt, alberner
August, Provokateur, Philosoph, Ringsgwandl passt
in keine Schublade. Er singt von der Straße und den
Wirtshäusern und war doch immer bei sich zu Hause.
Zur Eröffnung des Kraillinger Kult-Art-Festivals
hat Georg Ringsgwandl mit seiner Band ein Konzert
gegeben.
Der
seit Ende der 70er Jahre auf der Bühne präsente "Multidilletant" und
Musikkabarettist hat sich als Gurkenkönig von Mittenwald
und Gaudibursch vom Hindukusch einen Namen gemacht.
An diesem Abend ist der immer noch praktizierende
Internist Ringsgwandl einfach nur "der Schorschi
aus Tirol, a weng pervers und auch frivol".
In Krailing fühlt er sich geborgen: "Hier draußen,
scharf rechts hinterm Mond". Vorstadtspießer,
Gartennazis mit Hochdruckreiniger oder Meckertanten
könnte es hier geben. Nachdem er die zahlreichen
Zuhörer im ausverkauften Zelt ein wenig zurecht gerückt
hatte, legte er los.
In
gepflegter Balkan-Eleganz singt er mit schwarzem
Humor vom "Jedermann",
dessen Tage gezählt sind. Fatalistisch sein Lied
von jungen Eltern, die am Anfang stehen: "Irgendwie
wird's scho wern, song die Oidn. C'est la vie".
Dann plötzlich fliegt der Sepperlhut, wildes Gestikulieren,
spontane, spitze Schreie. Was ist jetzt los? Sein
natter-grünes Sakko von unschätzbarem Wert hat er
ganz "sorchfältig" zusammengelegt um anschließend
darauf rumzutrampeln.
Ringsgwandl
pur: Unfassbar, schräg und gleichzeitig so authentisch.
Ein Überraschungs- und Verwandlungskünstler mit faszinierendem
Sinn für Unsinn. Schade nur, dass die meisten Lacher
immer mit der banal-frivolen Nummer vom "Unterhoserl" zu
holen sind. Ringsgwandl passt sich jetzt immer mehr
an: Eine Marktanalyse von Jens - "der ist schon
fast volljährig" - ergab: 95 Prozent seiner
Platten werden aus Versehen gekauft, da er im Regal
zwischen Ricki Martin und Robbie Williams steht.
Doch eine riesige Marktnische wäre noch zu holen: "Frauen,
die sonst von niemandem angesungen werden".
Und was dann ein schönes Liebeslied werden könnte,
wird zu hochstilisierten, kleinen Macken des Alltags
- ausgelatschte Schlapperl und schlechte Abgaswerten
zum Trotz; Ringsgwandl nimmt Dich wie Du bist.
Seine
Botschaft von den inneren Werten ist voller Witz
- aber leider
ohne Wärme. Seine zaghaft politischen Songs kommen
da schon klarer: "Schau ma doch wia's den andern
so geht, bevor da Bush kimmt". Gitarrist Nick
Woodland, sein treuester Partner auf der Bühne fetzt
bei dieser, in bester Hendrix Manier gespielten,
Nummer lässig routiniert über die Saiten. Ringsgwandl
- nach der Pause geschminkt und umgezogen - füllt
fünf Reagenzgläser mit seinem Sperma, befürchtet
mitsamt Nase geklont zu werden und besingt die Liebe
im Wohnmobil. Ein amüsant-beeindruckendes Resumee
eines Künstlers, der zur aussterbenden Zunft schräger
Vögel gehört.
VOLKER REBHAN |
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| Merkur Online, 05.07.2003 |
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Ringsgwandl gönnt Kraillinger Publikum keine Lachpause
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VON
THOMAS LOCHTE Krailling - Dieses Sakko! Smaragdbaumnattergrün
und zur Tarnung Pepita-Karo drüber. Dazu ein Hemd aus "Blitzziege":
Georg Ringsgwandl "live" - das ist nicht
bloß "Gache Wurzn", das bedeutet immer auch
eine Schau der bizarren Moden und schrägen Töne. Zum
Auftakt des dritten Kraillinger Kult-Art-Festivals
schaffte es der Garmischer Arzt spielend, alle Grenzen
des vermeintlich guten Geschmacks zu sprengen.
Das Prinzip "Ringsgwandl" heißt
vor allem Unberechenbarkeit, ständiges Ausbrechen
aus der Konvention: Eben noch ein paar durchaus erwartbare,
wohl dosierte Beleidigungen gerecht im Publikum verteilt
("Da vorn neben den zwei Kampflesben ist noch
Platz!"), und schon geht`s wieder im typisch
mäandernden Singsang des Barden weiter. Der Meister
des verrenkten Gitarrenspiels kann sich dabei auf
drei hervorragende Begleitmusiker verlassen - allen
voran Nick Woodland, der den Ringsgwandl-Liedern
erst die traumwandlerischen Arrangements unterlegt
hat. Auch als Spott-Objekte müssen seine Leute zuweilen
herhalten: "Alle gecastet und beim Bezirksausscheid
vom Küblböck ausgebootet worden." Die Menge
im restlos gefüllten Zelt tobt und feiert, Bürgermeister
Dieter Hagers Weißwein in Reihe Eins geht bedrohlich
zur Neige. Ringsgwandl singt: "Da grillt wer!" Und
weiter geht die wilde Monstrositäten- Schau oben
auf der Bühne: Ringsgwandl holt eine Art Oratorium
aus der mitgebrachten Plastiktüte, zieht sich goldenen
Glitter-Fummel und eine rote Mütze über und bringt
die Stein erweichende Ode auf den "Rasthof Frankenthal".
Es folgt eine gnadenlose Hansi-Hinterseer-Verramschung
in Blond und auf "Stadel-Hochdeutsch",
Begegnungen mit einem "Unterhoserl" morgens
um halb sechs in einem Neubauviertel Kitzbühels und
dann noch der Epilog des Unfallarztes auf Porsche-Fahrer
und andere Extremsportler.
Georg
Ringsgwandl bedient mit derlei Bizarrerien bestimmt
nicht nur
den "riesigen Markt an Frauen, die nicht mehr
angesungen werden" - für seine Tabuverletzungen
sind sie ihm alle ziemlich dankbar im Lande. Und
auch wenn er im CD-Regal zwischen Ricky Martin und
Robbie Williams steht und deshalb "zu 95 Prozent
aus Versehen gekauft" wird: Seine Truppe, die
mit ihren melonenartigen Kopfbedeckungen zum Teil
aussieht, als sei sie gerade erst dem Film "Clockwork
Orange" entsprungen, diese Mannschaft ist gerade
musikalisch ein wirkliches Ereignis. Allein der Break
vom Blues zum Landler, den Nick Woodland gegen Ende
beim Lied vom "Wohnmobil" vollführte, war
sein Eintrittsgeld wert. In Krailling wollte man
die Jungs am liebsten gar nicht mehr von der Bühne
lassen.
mm |
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| Merkur Online, 01.07.2003 |
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Tollhaus: Ein Ringsgwandl in Bestform
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Bad
Tölz - Ein lauer Sommerabend, fröhliche Gesichter und
die Aussicht, gleich ein ganz besonderes Konzert zu
hören. Es herrschte beste Stimmung am Samstagabend
auf dem Tollhaus-Festival. Und dann das Tüpfelchen
auf dem "i": Der Auftritt von Georg Ringsgwandl.
Der Paradiesvogel aus Partenkirchen ließ kein Auge
trocken und niemanden kalt - im wahrsten Sinn des Wortes.
Er haut seinem Publikum den Wahnsinn des Lebens in
abstrus-komischer Verpackung um die Ohren, und es würde
nicht verwundern, wenn so mancher gar nicht merkt,
dass er selbst gemeint ist. "Du kannst schlau sein oder promoviert, hip
oder habilitiert, das nützt nichts, wenn man doch nicht kapiert, daß hinten schon
wer rumhantiert", deshalb so Ringsgwandls Tipp: "Hühnerarsch sei wachsam".
Ringsgwandl hält nichts von vornehmer Zurückhaltung, scheut sich nicht vor Schimpfwörtern.
Doppeldeutig ist er, scharfzüngig, hintersinnig, und doch niemals hinterfotzig
oder beleidigend. Ein bisserl picken allerdings, das tut er mit Vorliebe und
dran glauben müssen vor allem die zeitgeistigen, trendigen und die unbelehrbaren.
Sein
Spott trifft niemals die, die sich nicht wehren können. Er selbst ist schließlich alles andere als
stromlinienförmig mit verschmitzten Blick, Charakterkopf
und dem schlaksigen Gestell. Er stakst, hüpft und stolziert über
die Bühne wie ein eitler Pfauengockel, der sich selbst
allerdings nicht allzu ernst nimmt. Im krachblauen
Jackett "aus Smaragdbaumnatternfell", mit
gelben Hemd und "alt-pompejanischer" Krawatte
bot er den gewohnt bunten Anblick. Die Pirouette zum
Schluss eines Songs ist dabei genauso typisch wie das
umständliche Einsteigen in die Gitarre - statt sie
sich einfach umzuhängen. Zusammen mit seinen Musikern
Skip Thaller und Christian Diener und vor allem dem
Bluesgitarristen Nick Woodland heizte er mit erdigem
Rock-und Bluesklängen gleich noch mal um ein paar Grad
mehr ein. Gespielt wurde altbekanntes "Der Gartennazi", "Hoaße
Nudel", "Da grillt wer" und sogar ein "Oratorium" über
das Liebesleben seines Schlagzeugers.
Ringsgwandl auf dem Tollhaus-Festival war in Bestform:
Schlagfertig, gutgelaunt und in temporeicher Spiellaune.
Das Publikum wollte mehr davon und entließ ihn
und seine Mannen erst nach mehreren Zugaben.
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| Allgemeine Zeitung vom
17.06.03 Ressort: LOKALES |
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Ringsgwandl gluckst,
jodelt, brabbelt, plappert und musiziert vor begeistertem
Publikum
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Rie.
- Wenn es eine Poesie des kunstseidenen Trainingsanzugs
gibt, dann ist er ihr auf der Spur: Spitzzüngig, hintersinnig,
albern und ein bisschen melancholischer als sonst,
scheint es, entwickelt Georg Ringsgwandl des Kleinbürgers
Wohnzimmeridyll. "Mach die Tür zu", singt
er zum Ende des ersten Teils seines Programms im Bad
Kreuznacher Logentheater. Denn dort, wo die Pizza vom
Lieferservice und ein extra kaltes Bier aus dem Kühlschrank
die wahren Luxusgüter sind, liegt das Paradies. Dann
braucht es die Welt draußen nicht. Ringsgwandls Figuren
sind sich selbst Mittelpunkt und feste Größe in einer
Umgebung, die aus den Fugen geraten scheint - und die
der bayerische Rockmusiker und Kabarettist auch in
seinem Programm "Gache Wurzn" (was "Steiler
Zahn" bedeutet) in ihrer faszinierenden Unsinnigkeit
entlarvt. In einigen Liedern ist Ringsgwandl ruhiger
geworden. Oder einfach etwas weniger schrill. Das jedoch
gibt seinen Figuren eher noch eine weitere Dimension.
Denn natürlich ist er auch und vor allem der schräge
Vogel, der im Glitzerhemd über die Bühne hüpft, an
seiner Gitarre zappelt und vor dem Keyboard, als er
ihm endlich Töne entlocken kann, in entzückter Pose
versinkt. Aus seiner Billig-Discount-Tüte zaubert er
immer noch alberne Hüte und lächerliche Kappen. Und
er weiß aus der Philosophie seiner Kleidung einen Zerrspiegel
der Oberflächlichkeiten zu entwickeln. Während im ersten
Teil die Texte überwiegen, hat er seine Philosophie
nach der Pause mit seinen drei Musikern zum fast durchgängigen
Konzert kristallisiert, in dem auch Klassiker nicht
fehlen dürfen. Da schwankt er zwischen Almdulder-Western,
dem Keyboard-Monoton philosophierender Hühner und mitreißend-krachendem
Bluesrock. Dann wieder gluckst er und jodelt, brabbelt
und plappert, scheint aus dem Nichts der Alltäglichkeiten
kleine Begebenheiten aufzuschnappen, die er zu großen
Geschichten spinnt. Und wer will, kann in diesem Puzzle
hinkender Geliebter, dickbäuchiger Nachbarn, Kleingartenbesitzern,
Hundeausführern und Krankenschwestern den bedeutungsvollen
Blick auf die skurrile Banalität des Weltganzen sehen.
Dann wieder nimmt er Anlauf und hüpft über den schmalen
Grat der Lächerlichkeit. Doch bei ihm ist nichts von
der oberflächlichen Aufgeregtheit fröhlicher Fernseh-Komiker
zu spüren. Seine Figuren staunen, sind immer ein bisschen
verwundert. Er ist der alberne August und streift doch
die traurige Seite des Clowns. Die Zuschauer in der
Loge, wo wegen des Andrangs extra noch Stühle dazugestellt
und trotzdem Leute weggeschickt werden mussten, lachen
laut, schütteln ungläubig den Kopf und wollen ihn auch
nach zweieinhalb Stunden nur ungern gehen lassen.
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